Kondensstreifen und grauer Himmel über Falkensee und dem Havelland
Geoengineering oder sog. "Chemtrail-Effekte"? Und was sagt die Bundesregierung dazu?
Aktuelle Antworten der Deutschen Bundesregierung zu Wettermanipulation, Geoengineering und langlebigen Kondensstreifen-Zirren (vom 21.07. und 20.10.2025)
- Kondensstreifen-Zirren (Drucksache 21/974)
Die Beantwortung unserer Kleinen Anfrage Drucksache 21/974 zu Kondensstreifen-Zirren ergab, dass der Deutsche Wetterdienst keine eigenständige, systematische Beobachtung oder statistische Erfassung langlebiger Kondensstreifen-Zirren durchführt. Zwar wird auf Beobachtungen und Daten auf europäischer Ebene, etwa durch satellitengestützte Systeme, verwiesen, diese sind jedoch nicht speziell auf das Phänomen ausgerichtet und liefern keine belastbaren, deutschlandbezogenen Auswertungen. Damit bleibt unklar, wie häufig und in welchem Ausmaß langlebige Kondensstreifen-Zirren über Deutschland auftreten und welche konkreten klimatischen Auswirkungen sie haben – eine fundierte nationale Bewertung findet nicht statt.
Es ist bekannt, dass langlebige Kondensstreifen-Zirren, wenn sie sich ausbreiten und miteinander verschmelzen, großflächige, teilweise geschlossene Wolkendecken bilden können. In solchen Situationen erscheint der Himmel milchig-weiß oder diffus, die direkte Sonneneinstrahlung wird abgeschwächt und das natürliche Wolkenbild verändert sich. Dieses Erscheinungsbild ist visuell und in Teilen auch physikalisch vergleichbar mit Effekten, die bei theoretisch diskutierten Solar-Radiation-Management-Technologien (SRM/Geoengineering) beschrieben werden, bei denen die Sonneneinstrahlung gezielt gestreut oder reflektiert werden soll.
Nachzulesen:
- Drucksache 21/974 – Kleine Anfrage zu Kondensstreifen-Zirren:
- https://dserver.bundestag.de/btd/21/009/2100974.pdf
- Kurzmeldung des Bundestags:
- https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1098878
- Geoengineering und SRM (Drucksache 21/2338)
Die Kleine Anfrage Drucksache 21/2338 zu Geoengineering und SRM ergab in der Antwort, dass derzeit keine belastbaren Nachweise oder quantifizierten Daten über mögliche SRM-Versuche oder unbeabsichtigte Anwendungen in Deutschland existieren. Gleichzeitig werden keine speziellen Messprogramme zur Detektion geoengineering-typischer Stoffe eingeführt, sodass auf Grundlage offizieller Messdaten keine gezielte Untersuchung potenzieller sogenannter „Chemtrail-Effekte“ stattfindet.
Die Bundesregierung stützt ihre Argumentation überwiegend auf internationale Abkommen, Forschungsrahmen und strategische Einordnungen und verzichtet damit auf konkrete nationale Regelungen, Kontrollmechanismen oder ein eigenständiges Monitoring des deutschen Luftraums. Insgesamt vertritt sie die Position, dass Solar Radiation Management aufgrund erheblicher Unsicherheiten, Risiken und potenzieller Nebenwirkungen derzeit nicht als klimapolitische Option in Betracht kommt, und verweist in diesem Zusammenhang auf ein internationales De-facto-Moratorium im Rahmen der Biodiversitätskonvention (CBD).
Nachzulesen:
- Drucksache 21/2338 – Kleine Anfrage zu Geoengineering:
- https://dserver.bundestag.de/btd/21/023/2102338.pdf
- Drucksache 21/3832 – Antrag zu Wettermanipulation und Geoengineering:
- https://dserver.bundestag.de/btd/21/038/2103832.pdf
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Aussagekraft der Antworten insgesamt gering bleibt und zentrale Fragen offenlässt. Statt belastbarer Daten, konkreter Bewertungen oder klarer Zuständigkeiten beschränken sich die Ausführungen weitgehend auf allgemeine Verweise und Grundsatzpositionen, was inhaltlich wenig befriedigend ist.
Als AfD-Bundestagsfraktion werden wir das Thema weiterhin aufmerksam verfolgen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse kritisch beobachten und bei Bedarf erneut parlamentarische Anfragen/Anträge stellen, um Transparenz und belastbare Informationen zu fördern.
Mit freundlichen Grüßen
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
gez. Steffen Kotré, MdB
Energiepolitischer Sprecher
AfD-Bundestagsfraktion
Platz der Republik 1
11011 Berlin
S.I. 06.03.26
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